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Die Grundlagen der natürlichen Fruchtbarkeit

Das harmonische Zusammenspiel: von Monatszyklus bis Schwangerschaft

Weiblicher Monatszyklus

Die Organe Hirnanhangdrüse, Gebärmutter, Eierstock und Eileiter sorgen für ein perfektes Zusammenspiel im Monats- oder Menstruationszyklus der Frau. Die Aufgaben von Gebärmutter, Eierstock und Eileitern haben wir zuvor bereits erläutert. Aufgabe der Hirnanhangdrüse ist die Bildung von zwei für das Heranreifen von Eizellen im Eierstock wichtigen Hormonen: das stimulierende Hormon für das Eibläschenwachstum (Follikelstimulierendes Hormon, FSH) und das den Eisprung auslösende Hormon (Luteinisierendes Hormon, LH).
Der mit der Regelblutung beginnende Monatszyklus der Frau wird in zwei Phasen unterteilt: die Eibläschen- oder Follikelphase und in die Gelbkörper- oder Lutealphase. Mit der Regelblutung beginnt eine etwa vierzehntägige Wachstumsphase eines Eibläschens. Etwa in der Mitte eines jeden Monatszyklus, also zwei Wochen nach Beginn der letzten Regelblutung kommt es zum Eisprung: die gereifte, befruchtungsfähige Eizelle verlässt das Eibläschen (Follikel) des Eierstocks und wird vom Eileiter (Tube) aufgenommen. Die im Eierstock zurückbleibende Eibläschenhülle wandelt sich in den so genannten Gelbkörper um. Dieser unterstützt in der jetzt folgenden Gelbkörperphase die Einnistungsbereitschaft und den Beginn einer Schwangerschaft.

Weiblicher Monatszyklus
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Weiblicher Monatszyklus

Befruchtung

Im Eileiter treffen schließlich die Samenzellen (Spermien) auf die Eizelle. Sie haben bereits eine große Wegstrecke zurückgelegt: Zuerst durch die Schleimbarriere des Gebärmutterhalses, dann durch die Gebärmutterhöhle und schl ießlich durch einen Teil des Eileiters.
Bei der Befruchtung gelingt es einer Samenzelle schließlich, in die Eizelle einzudringen. Wenige Stunden später verschmelzen mütterliche und väterliche Erbanlagen – neues menschliches Leben ist entstanden und die ersten Zellteilungen lassen den entstehenden Embryo rasch wachsen. Durch Eigenbewegungen des Eileiters wird der noch junge Embryo innerhalb von vier bis sechs Tagen in die Gebärmutterhöhle transportiert. Dort nistet er sich in die durch Gelbkörperhormone vorbereitete Schleimhaut ein (Implantation).

Frühe Schwangerschaft

Von der Einnistung des Embryos in der Gebärmutterhöhle an werden die ersten hormonellen Signalstoffe – vor allem das Schwangerschaftshormon (humanes Chorion Gonadotropin, hCG) – an den mütterlichen Organismus abgegeben. Sie sorgen in den nächsten Wochen für den Erhalt des Gelbkörpers im Eierstock, der mit seiner Hormonbildung die frühe Schwangerschaft stabilisiert. Mit fortschreitender Schwangerschaftsdauer übernimmt schließlich der Mutterkuchen (Plazenta) die weitere Hormonproduktion zum Erhalt der Schwangerschaft.
Wenn keine Befruchtung erfolgt ist oder sich der Embryo nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, bleiben die Hormonsignale des Embryos an den mütterlichen Organismus aus und es bildet sich kein dauerhafter Schwangerschaftsgelbkörper. Als Folge dieser fehlenden Signale wird die Gelbkörperhormonbildung eingestellt, die nicht mehr benötigte Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen und mit der einsetzenden Regelblutung beginnt ein neuer Monatszyklus.

Die natürliche Schwangerschaftschance des Menschen

Die komplexen Prozesse beim Schwangerwerden verändern sich mit zunehmendem Alter. So wird die natürliche Schwangerschaftserwartung besonders vom Lebensalter der Frau bestimmt: Mit 20 Jahren liegt sie bei ungeschütztem Verkehr noch bei etwa 60 % pro Monat, sinkt von da an bis zum Alter von 30 Jahren auf etwa 30 % pro Monat und nimmt mit steigendem Lebensalter weiter ab – bis sie bei Frauen über 40 bei deutlich unter 5 % pro Monat liegt. Altersabhängige Veränderungen der Samenzellen gibt es übrigens auch beim Mann, diese sind durch die stetige Neubildung von Samenzellen jedoch nicht so ausgeprägt.
Grund für die Altersabhängigkeit der natürlichen Fruchtbarkeit der Frau ist eine im Laufe des Lebens abnehmende Eizellqualität. Ursache sind hauptsächlich genetische Veränderungen der im Eierstock gelagerten Eizellen, so genannte „Verteilungsstörungen“ der Erbanlagenträger, der Chromosomen. Mit zunehmendem Lebensalter müssten daher theoretisch mehr Eizellen befruchtet werden, bis eine von ihnen einen normalen Chromosomensatz aufweist, der damit die ungestörte Entwicklung menschlichen Lebens ermöglicht.

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